EU Forced Labor Ban: Jetzt handeln, um vorbereitet zu sein
Die EU-Verordnung 2024/3015 – besser bekannt als EU Forced Labor Ban oder kurz EUFLB - trat bereits am 12. Dezember 2024 in Kraft. Mit der Verordnung will die Europäische Union Produkte, die unter Einsatz von Zwangsarbeit hergestellt wurden, konsequent vom Binnenmarkt ausschließen. Für betroffene Unternehmen bedeutet das: deutlich höhere Anforderungen an Transparenz, Rückverfolgbarkeit und Sorgfaltspflichten in den Wertschöpfungsketten.
Was bedeutet das konkret für Unternehmen?
Sollten zuständige Behörden Untersuchungen zu Zwangsarbeit einleiten, müssen Unternehmen zukünftig Informationen über ihre tiefergelagerte Wertschöpfungskette darlegen – möglicherweise bis zu den Rohstoffen. Sie müssen nachweisen können, dass in der Herstellung relevanter Produkte keine Zwangsarbeit eingesetzt wurde. Wo Zwangsarbeit festgestellt wird, müssen Produkte vom EU-Markt entfernt werden. Bisher blieb die EUFLB noch etwas unterhalb des Aufmerksamkeitsradars, denn das Verbot für Unternehmen und den Handel wird erst mit drei Jahren Verzug ab dem 14. Dezember 2027 wirksam.
Unsere Empfehlungen für Unternehmen:
- Frühzeitig vorbereiten
Die Komplexität des EUFLB erfordert rechtzeitige Planung. Unternehmen sollten jetzt interne Prozesse prüfen und Verantwortlichkeiten klären. - Value Chain Mapping durchführen
Visualisieren Sie Ihre relevanten Wertschöpfungsketten, identifizieren Sie Risiko-Hot-Spots und schließen Sie Informationslücken. Das ist die Basis für gezielte Maßnahmen. - Rückverfolgbarkeit gezielt einsetzen
Nutzen Sie Rückverfolgbarkeitsmodelle, um Herkunft, Verarbeitung und Transport von Materialien und Produkten lückenlos zu dokumentieren – idealerweise ergänzt durch anerkannte Zertifizierungen. - Sorgfaltspflichtensysteme erweitern
Integrieren Sie Anforderungen des EUFLB in bestehende Prozesse zur Risikoanalyse, Prävention und Abhilfe. Verankern Sie Beschwerdemechanismen und Wirksamkeitsprüfungen. - Kooperation sicherstellen
Bereiten Sie sich auf mögliche Untersuchungen vor und schaffen Sie Strukturen für eine reibungslose Zusammenarbeit mit Behörden und Stakeholder:innen.
Warum jetzt aktiv werden?
Frühzeitige Maßnahmen schaffen nicht nur Rechtssicherheit, sondern stärken auch Reputation, Resilienz und die Wahrnehmung unternehmerischer Verantwortung. Im Gegensatz zu anderen EU-Regularien sind hier die Vorgaben und Erwartungen an Unternehmen geklärt. Daher gilt: Wer jetzt handelt, minimiert Risiken und ist regulatorisch wie kommunikativ einen Schritt voraus.
Unser Angebot: Scholz & Friends Reputation unterstützt Ihre Fachabteilung bei Gap-Analysen, Value Chain Mapping und der Integration der Vorgaben in bestehende Sorgfaltspflichtensysteme. Unsere Prozesse passen wir dabei genau auf die Anforderungen des EUFLB und die Kapazitäten Ihres Unternehmens an.