Unternehmen und ihre VSME-Berichte:

Erste Erkenntnisse unserer VSME Plus-Studie 2024/25

260526 VSME Studie Visuals für Home 1 3

Bisher eine bunte Vielfalt an VSME-Berichten und einige Auffälligkeiten! Das ist unser sehr grobes Fazit nach Auswertung der ersten freiwilligen ESG-Berichte. Mit unserer Kurzstudie „VSME Plus. Unternehmen und ihre VSME-Berichte 2024/25“ haben wir den Blick etwas in die Details gewagt. Wir haben 39 freiwillige Report aus der DACH-Region analysiert, die bis Mitte Mai 2026 veröffentlicht wurden. Absender sind kleine und Kleinstunternehmen sowie Unternehmen, die aufgrund der regulatorischen Anpassungen zur CSRD von der ESG-Berichtspflicht befreit wurden.  

„Ein freiwilliger Bericht ist eine Einladung, die eigene Haltung sichtbar zu machen.“ Nur: Wie nutzt ein Unternehmen den gewonnenen Gestaltungsrahmen? Als etablierte Nachhaltigkeitsberatung hat uns interessiert, wie Unternehmen mit den Vorgaben des VSME umgehen, der inzwischen noch einmal leicht zum Voluntary Standard (VS) verändert wurde. Zudem wollten wir herausfinden, ob Unternehmen den Freiraum einer freiwilligen Berichterstattung nutzen, um auch Aussagen über wesentliche Themen und ihre strategischen Nachhaltigkeitsziele zu treffen. Hier unsere ersten Erkenntnisse bezogen auf die analysierten VSME-Reports: 

1. Basic ist nicht genug.

Kein Unternehmen hat ausschließlich die geforderten Daten des Comprehensive Moduls von VSME berichtet. Es werden zumindest weitere nicht geforderte Daten ergänzt („Basic Extended“: 13 %). 87 % der Unternehmen berichten einschließlich des Comprehensive Modules. („Compresensive Lean“: 18 %; „Comprehensive Extended“: 69 %). Dabei liegt die durchschnittliche Seitenzahl bei 36,7. Die Spannweite reicht dabei von 10 Seiten bis zu 173 Seiten. 

Der starke Anteil an Reports, die den Kanon geforderter Datenpunkte erweitern, stützt unsere Empfehlung, dass jedes Unternehmen aus einem VSME- oder künftig VS-Bericht seinen spezifischen VS-Plus-Bericht machen sollte. 

  

260526 VSME Studie Visuals für Home 1

2. Qualität von Layout und Text variieren stark.

Die analysierten Berichte bedienten jede der vier Qualitätskategorien für Layout und Text. Beim Layout zeigten 21 % der Berichte eine sehr reduzierte Gestaltung. 51 % nutzten ein professionelles Layout (36 % mit reduziertem Design als Reporting-Trend, 15 % als aufmerksamkeitsstarkes, sehr visuelles Layout). Eine ähnliche Tendenz finden wir bei der Sprache. Die Spannweite reicht von „sehr reduziert und eher tabellarisch“ (8 %) bis zu „gut lesbarer und verständlicher Sprache“ (23 %).

Der Anspruch an Gestaltung und Sprachstil variiert sehr stark. Dies zeigt, dass es einem Teil der berichtenden Unternehmen nicht nur um die Transparenz zu ESG-Daten geht, sondern sie auch weitere Ziele mit dem VSME-Bericht verfolgen. Diese können in Kommunikation, Vertriebsunterstützung oder Reputation liegen. 

260526 VSME Studie Visuals für Home 2

3. Anspruch steigt bei Fokus auf Consumer

Bei Unternehmen mit B2C-Bezug steigt der Anteil mit klar professionellem Layout auf 100 % (43 % sachliches Reporting-Design; 57 % deutlich visuelles Design). Auch bei der Sprachqualität zeigt sich: Bei Unternehmen mit B2C-Bezug steigt der Anteil der oberen beiden Sprach-Kategorien (...) von 67 % auf insgesamt 89 %.

Mit Verbraucherbezug legen Unternehmen beim Reporting nicht nur Wert auf Daten, sondern auch auf eine professionelle Art der Aufbereitung. Dabei scheinen derzeit sowohl die Verbindung mit magazinartigen Elementen als auch ein professionell aufbereiteter Report interessante Ansätze zu sein.

4. Wesentlichkeit und Ziele zeigen die eigene Strategie.

Mit 51 % enthält etwa die Hälfte der Berichte auch eine Doppelte Wesentlichkeitsanalyse (DMA). Hinzu kommen 13 %, die eine vereinfachte Art der Materialitätsbewertung zeigen. Auffällig ist, dass Unternehmen mit 250 bis 499 Mitarbeitenden diese Erweiterung ihres Berichts in der aktuellen Stichprobe zu 100 % vorgenommen haben. Ähnliche Tendenzen zeigen sich bei der Darstellung von ESG-Zielen: 62 % aller analysierten Berichte zeigen eine breite oder vollständige Angabe von Unternehmenszielen zu Nachhaltigkeitsthemen, nur 10 % machen keinerlei Angaben. In der Gruppe der 250 bis 499 Mitarbeitenden liegen diese Anteile erneut bei 100 bzw. 0 %. Zunächst erstaunlich: Bei größeren Unternehmen ab 500 Mitarbeitenden sind die Werte bezogen auf DMA und Ziele signifikant schwächer und eher in der Größenordnung wie bei Klein- und Kleinstunternehmen.  

Eine mögliche Interpretation ist, dass große Unternehmen in den letzten Jahren viele Ressourcen für CSRD-Anforderungen einsetzen mussten und daher derzeit alle nicht zwingend notwendigen Dinge von sich fernhalten. Eine Art Backlash durch „CSRD Fatigue“. 

260526 VSME Studie Visuals für Home 3

Die VSME-Studie von Scholz & Friends Reputation wird in den kommenden Monaten um weitere VSME-Berichte über 2025 erweitert und aktualisiert. Umfassendere Auswertungen werden wir in Kürze öffentlich machen. Repräsentativ sind die Ergebnisse aufgrund der zu geringen Fallzahl nicht. Unsere Schlussfolgerungen sollten dennoch eine interessante Orientierung für Unternehmen geben, die freiwillig berichten und nach ihrem spezifischen „Plus“ suchen.   

Für die Berichtssaison 2026 planen wir eine Fortführung als VS-Studie 2026. So werden wir insbesondere Entwicklungen und Trends bei den Unternehmen nachvollziehen können, die aus der CSRD-Berichtspflicht herausgefallen sind.  

Sollte Ihr Unternehmen einen freiwilligen Bericht über 2025 mit Bezug zu VSME veröffentlicht haben oder demnächst veröffentlichen wollen, schicken Sie uns gerne einen Hinweis über reputation@s-f.com. So stellen wir sicher, dass wir ihn mit in die Vergleichsstudie aufnehmen. 

Sie wollen mehr erfahren? Dann treten Sie mit uns in Kontakt.

SF2020 Monogramm Black s RGB square

Scholz & Friends Reputation

+49 30 166 353 050