Corporate Democratic Action:

Wenn Unternehmen die Demokratie schützen

Joris x Schmalenbach

Gesellschaftliche Polarisierung. Der schleichende Abbau rechtsstaatlicher Strukturen. Populistische Bewegungen, die demokratische Institutionen systematisch untergraben. Diese Entwicklungen weist der Global Risks Report 2025 des @WorldEconomicForum als eines der fünf größten globalen Risiken aus. Es trifft Unternehmen direkt und stellt sie vor eine fundamentale Frage: Welche Verantwortung tragen sie für die Demokratie, die ihr Wirtschaften erst ermöglicht? 

Diese Frage steht im Mittelpunkt eines neuen Positionspapiers, das im Mai 2026 in den Schmalenbach IMPULSEN erschienen ist. Der Beitrag „Corporate Democratic Action (CDA): Das Engagement von Unternehmen zum Schutz der liberalen Demokratie" entstand im Arbeitskreis Wirtschaftsethik der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V. Unser Geschäftsleiter Joris-Johann Lenssen, der den Arbeitskreis gemeinsam mit Prof. Dr. Markus Scholz (TU Dresden) leitet, gehört zu den sechs Autor:innen des Beitrags. 

Warum Demokratieschutz im Eigeninteresse von Unternehmen liegt

Der Beitrag nähert sich dem Thema aus zwei sich ergänzenden Perspektiven. 

Aus einer instrumentell-strategischen Sicht ist das Argument klar: Eine funktionierende liberale Demokratie schafft verlässliche Rahmenbedingungen für wirtschaftliches Handeln: Rechtssicherheit, unabhängige Justiz, stabile Institutionen, Medienfreiheit. Diese Grundlagen sind keine Selbstverständlichkeit. Populistische Bewegungen, die sie systematisch untergraben, gefährden dadurch auch die Basis wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Corporate Democratic Action ist aus dieser Perspektive kein Idealismus, sondern aufgeklärtes Eigeninteresse. 

Aus einer normativ-ethischen Perspektive ergänzen die Autor:innen: Unternehmen sind nicht nur Marktteilnehmer, sondern gesellschaftliche Akteure, Corporate Citizens. Sie profitieren täglich von den Gütern der offenen Gesellschaft, von Rechtsstaatlichkeit, qualifizierten Fachkräften, gesellschaftlichem Frieden. Daraus folgt eine Pflicht zur Reziprozität. Sie tragen eine Mitverantwortung für das System, das ihren Erfolg erst ermöglicht. 

Von der Haltung zur Handlung: Vier Dimensionen demokratischen Engagements

CDA ist kein monolithisches Konzept. Das Papier systematisiert demokratiebezogene Unternehmenspraktiken entlang zweier Dimensionen: dem Akteursmodus (individuell oder kollektiv) und dem Handlungsmodus (direkt oder indirekt). Die Bandbreite konkreter Handlungsoptionen ist groß: 

  • Individuell und direkt: CEO-Aktivismus und öffentliche Positionierungen zu demokratischen Grundwerten; überparteiliche Wahlaufrufe an Belegschaft und Öffentlichkeit
  • Individuell und indirekt: Aufbau demokratischer Unternehmenskulturen mit echter Partizipation der Mitarbeitenden; gezielte Schulungen zu Demokratie- und Medienkompetenz
  • Kollektiv und direkt: Unternehmensbündnisse für demokratische Grundwerte; gemeinsame Interessenvertretung über Wirtschaftsverbände
  • Kollektiv und indirekt: Strategische Kooperationen mit zivilgesellschaftlichen Akteur:innen; Förderung von Dialog und Medienvielfalt 

Diese Vielfalt zeigt: Demokratieengagement ist keine Einheitsgröße – es lässt sich an die jeweiligen Ressourcen, Voraussetzungen und Werte eines Unternehmens anpassen. 

Kritisch diskutiert – und dennoch notwendig

Die Autor:innen stellen sich den zentralen Einwänden: Überschreiten Unternehmen ihr Mandat, wenn sie politisch aktiv werden? Fehlt ihnen die demokratische Legitimation? Das Papier nimmt diese Fragen ernst – und kommt zu einem differenzierten Fazit: CDA ist dann legitim und wirkungsvoll, wenn sie an Prinzipien der Transparenz, Konsistenz und Subsidiarität ausgerichtet ist. Ziel sollte nicht die Einmischung in politische Sachdebatten sein, sondern der Schutz demokratischer Grundinstitutionen als solcher. 

Das Schweigen ist keine risikofreie Option – und strategisches Engagement kein Selbstzweck, sondern eine Investition in die gesellschaftlichen Grundlagen des Wirtschaftens. 

Gesellschaftliches Engagement strategisch ausrichten – wir begleiten Sie

Für Scholz & Friends Reputation ist unternehmerisches Engagement für die Stärkung unserer Demokratie kein abstraktes Konzept, sondern Beratungsrealität. Wir unterstützen Unternehmen dabei, ihr gesellschaftliches Engagement wirkungsorientiert, konsistent und kommunikativ überzeugend auszurichten – ob im Bereich Demokratieförderung, Kultur und Bildung oder Soziales.begleiten wir den Weg vom saisonalen Einzelimpuls zur systemischen Wirkung. 

📖 Den vollständigen Beitrag der Schmalenbach IMPULSE lesen Sie hier.

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