Warum Demokratie im Superwahljahr 2026 so wichtig ist.
von Joris-Johann Lenssen, Geschäftsleiter bei Scholz & Friends Reputation
Die Zeiten, in denen Unternehmen Politik als Nebensache betrachteten, sind vorbei. Im Superwahljahr 2026 mit Landtagswahlen in fünf Bundesländern wird deutlich: Demokratie ist kein Luxus, sondern Fundament für nachhaltigen Unternehmenserfolg.
Warum Demokratie zur Geschäftsgrundlage gehört
Milton Friedmans Doktrin von 1970, die einzige Verantwortung von Unternehmen liege in der Gewinnmaximierung, stößt heute an ihre Grenzen. Unternehmen brauchen funktionierende Rechtsstaatlichkeit, offene Märkte und sozialen Zusammenhalt als Geschäftsgrundlage. Wenn populistische Strömungen diese Grundlagen angreifen, wird Passivität zum betriebswirtschaftlichen Risiko.
Corporate Political Responsibility: Zwischen Bekenntnis und Handeln klafft eine Lücke
Trotzdem bleibt ein Großteil der Wirtschaft stumm. Der „Monitor Unternehmensengagement 2025" zeigt einen deutlichen Widerspruch: 73 Prozent der deutschen Unternehmen bekennen sich zu demokratischen Werten – doch nur 39 Prozent handeln danach. 62 Prozent haben im vergangenen Jahr keine Maßnahmen zur Demokratiestärkung ergriffen.
Warum? Fast die Hälfte fürchtet Boykottaufrufe oder Shitstorms. Doch diese Angst ist oft unbegründet: Edekas Kampagne „Die Evolution hat uns gelehrt: Blau ist keine gute Wahl" zeigt, dass die negativen Auswirkungen geringer ausfallen als erwartet – während Markenprofil und gesellschaftliche Akzeptanz wachsen.
Die Landkarte des Handelns: Vom Bekenntnis zur Tat
Um diese Schockstarre zu überwinden, haben das Institut für Wirtschaftsethik der Universität St. Gallen und Scholz & Friends Reputation die „Landkarte des Handelns" entwickelt. Das praxisnahe Rahmenwerk bietet konkrete Orientierung: sechs Handlungsfelder, 17 Maßnahmen.
Die Landkarte zeigt, wie Unternehmen vom Bekenntnis ins strukturierte Handeln kommen – von der Definition eigener Werte über das Stakeholder-Management bis zur internen Aktivierung. Entscheidend: Nicht alles auf einmal umsetzen, sondern fokussieren. Die passenden Maßnahmen auswählen und zu einem langfristigen Engagement verbinden.
Download: Die Landkarte des Handelns unter https://unternehmen-fuer-demokratie.de/
Demokratieförderung in Unternehmen: Vorbilder aus der Praxis
Zahlreiche Unternehmen gehen bereits voran:
- Kollektiv handeln: Über 30 Großunternehmen mobilisieren in der Initiative „Wir stehen für Werte" Millionen Mitarbeitende. In Sachsen tragen über 160 Unternehmen im Bündnis „Wirtschaft für ein weltoffenes Sachsen" gemeinsam Standortverantwortung.
- Lokal engagieren: BASF macht mit „Demokratie VEREINt" demokratisches Engagement in Vereinen sichtbar. Toom verbindet gesellschaftliches Engagement mit Inklusionsprojekten vor Ort.
- Klar positionieren: Reinhold Würth warnte 25.000 Mitarbeitende in einem Brief vor demokratiefeindlichen Parteien. Siemens Energy CEO Christian Bruch markiert Extremismus als Gefahr für Export und Wohlstand.
Haltung zeigen im Superwahljahr 2026
Das Superwahljahr 2026 ist ein Weckruf. Neutralität lesen viele als Haltungslosigkeit. Symbolische Bekenntnisse reichen nicht. Unternehmen, die in ihre Debattenkultur investieren und Haltung zeigen, schützen ihre Geschäftsgrundlage und stärken ihr Umfeld.
Wir unterstützen Sie dabei, Corporate Political Responsibility strategisch zu verankern und glaubwürdig umzusetzen. Sprechen Sie uns an.
Chance 2026: Warum Untätigkeit keine Option mehr ist
Das Superwahljahr 2026 ist mehr als nur eine Reihe von Wahlen, es ist ein Weckruf für die deutsche Wirtschaft. Insbesondere Führungskräfte stehen vor der Herausforderung, den „Attitude-Behaviour-Gap“ endlich zu schließen und aus bloßen Bekenntnissen konkretes Handeln abzuleiten. In der heutigen Zeit reicht es nicht aus, vermeintlich neutral zu sein. Ebenso wenig genügt es, lediglich symbolisch Position zu beziehen. Entscheidend ist, dass Unternehmen aktiv in ihre interne Debattenkultur investieren, Haltung entwickeln und diese auch zeigen. Durch Klarheit in Bezug auf die eigenen Werte entsteht ein wirkungsvoller Schutz für Investitionen in demokratiefördernde Projekte.
Vielfalt im Unternehmen fördert Innovation, während Abschottung und Passivität Wachstum und Wohlstand signifikant gefährden können. In einer Phase, in der bisherige Gewissheiten ins Wanken geraten, sind Unternehmen gefordert, als Stabilisatoren ihres gesellschaftlichen Umfeldes aufzutreten. Der Übergang vom kurzfristigen Impuls zur nachhaltigen, systemischen Wirkung ist möglicherweise die wichtigste Investition, die Unternehmen im Jahr 2026 tätigen können.
Mit unserer langjährigen Expertise stehen wir Ihnen zur Seite, wenn es darum geht, Ihr Unternehmensengagement gezielt auf die Stärkung demokratischer Werte auszurichten. Wir begleiten Sie dabei, Corporate Political Responsibility (CPR) strategisch zu verankern und sowohl intern als auch extern glaubwürdig zu kommunizieren. Unsere Unterstützung umfasst die Entwicklung individueller Strategien und Konzepte, die auf Ihren spezifischen Unternehmenswerten und Zielen basieren. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass Ihr Engagement nicht nur als symbolisches Statement wahrgenommen wird, sondern nachweisliche Wirkung entfaltet – zum Schutz und zur Förderung unserer Demokratie.
Wenn Sie Ihr Unternehmen fit für die Herausforderungen der Zeit machen und Verantwortung übernehmen wollen, sprechen Sie uns gerne an. Wir helfen Ihnen dabei, aus Haltung konkretes Handeln werden zu lassen.